Konrad Winzer
Konrad Winzer wurde 1955 in Lörrach geboren. Von 1971 bis 1974 lernte er das Handwerk des Steinbildhauers bei Leonhard Eder in Rheinfelden und wurde bei den Berufswettkämpfen Kammer-, Landes- und Bundessieger. 1975/76 studierte er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Seemann, von 1976 bis 1982 bei Prof. Alfred Hrdlicka. Hrdlicka prägte ihn und ermunterte ihn auch zum Zeichnen und Malen.
Von Hrdlicka stammt die Würdigung:
„Konrad Winzer, das darf man laut sagen, hat mit seinen 27 Jahren schon Dinge geschaffen, die ihm so leicht keiner nachmachen wird.“
— Prof. Alfred Hrdlicka
1982 erhielt er von der Stadt Lörrach den Auftrag, im Rahmen der „Kunst für die Landesgartenschau" eine Skulptur zu schaffen: einen Wächter am Quelltopf eines Baches, der durch das Gelände der Landesgartenschau fließt. Aus einem 2,50 Meter hohen Steinblock schlug er ohne technische Hilfsmittel, allein mit dem Hammer, einen männlichen Torso mit mächtigen Fäusten.
Von 1993 bis 1995 entstand das Relief „Die Last der Liebenden – gegensätzliche Zuneigung", aus einem einzigen Block Carrara-Marmor, pigmentiert. Es zeigt Figuren im Kuss, in der Umarmung und in der Abwendung.
Bis „Mein letzter Marmor" arbeitete Winzer in Stein, seit 2020 ausschließlich in Holz. 2005 erschien das Buch „Bis ich ruhe in Dir" mit Texten von Robert Schneider. Seine Ausstellungen sind im Ausstellungsverzeichnis aufgeführt.
Geboren
1955, Lörrach
Wohnort
Egisholz bei Kandern
Medium
Stein | Holz
Biografie
70iger Jahre
1971 bis 1974 Ausbildung zum Steinbildhauers bei Leonhard Eder in Rheinfelden; Bundessiger bei den Berufswettkämpfen der Kammer, des Landes und des Bundes.
1975/76 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Seemann
1976 bis 1982 Studium bei Prof. Alfred Hrdlicka.
wie Konrad Winzer arbeitet
Am Anfang steht ein Baumstamm, auf die richtige Höhe gekürzt. Winzer entfernt die Rinde – und beginnt zu schnitzen. Keine Motorsäge, kein Vorformen, nur das Hohl- und das Flacheisen. Allenfalls ein paar grobe Linien mit dem Kohlestift, direkt auf dem Holz. Alles Weitere entsteht im Dialog mit dem Material.
Früher war es der Stein: Marmor, Granit, Sandstein. Heute arbeitet er ausschließlich in Holz. Geblieben ist der unmittelbare Zugriff. Diese Arbeitsweise ist kein Stilmittel. Sie ist eine Haltung zum Dasein.
Künstlerischer Schwerpunkt
Sein einziges Thema ist der Mensch. Nicht idealisiert, nicht gewertet, sondern in seiner ganzen Widersprüchlichkeit: Körper und Beziehung, Leidenschaft und Schmerz, Jugend und Vergänglichkeit, Verwandlung und Verlust.
Die Skulpturen entstehen in thematischen Zyklen. In Stein waren es Don Giovanni, Dionysos, Goya und Orpheus, bis zu „Mein letzter Marmor“. Seit 2020 arbeitet er ausschließlich in Holz. Während der Corona-Pandemie entstand ein eigener Zyklus. Mit „Feind des Glücks“ (2022–2023), einer vier Meter hohen Gedächtnissäule in Bronze nach Lindenholz, antwortete er auf den russischen Einmarsch in die Ukraine: ein Gegenentwurf zur Siegessäule, der nicht verherrlicht, sondern zum Frieden mahnt. Die Anlässe sind zeitgebunden, die Aussage ist zeitlos.
„Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht der Mensch – ohne Vorbehalt, ohne Einschränkung. Mir geht es nicht darum, ihn zu idealisieren, sondern ihn so zu zeigen, wie er ist: in seiner einzelnen, oft spontanen Situation.“